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Werk § 2 UrhG

Werk(e) sind persönliche geistige Schöpfungen. Was bedeutet nun „geistig“? Zu fragen ist, welcher geistiger Gehalt in einem Werk ausgedrückt wird. Meist wird verglichen, ob das Exemplar, dass den Verletzungsgegenstand bildet, mit dem geschützten Werk identisch oder verändert wiederkehrt. So kann ein Text in deutscher Sprache ins französische übersetzt werden. Die äußere Form wäre unterschiedlich, aber gleichzeitig wäre der geistige Gehalt identisch. Zum Vergleich bietet sich folgendes Beispiel. Man füllt Wasser in einem Glas und einem Pappbecher. Der Inhalt wäre identisch, nur die Form anders.

Wahrnehmung, Form und Inhalt

Das Werk muss nach Außen wahrnehmbar sein. Das äußert sich beispielsweise bei einem Text in der Niederschrift. Gedanken eines Menschen, die in seinem Inneren verbleiben, sind demnach nicht geschützt, wenn sie nicht nach Außen kundgetan werden. Das Werk muss aber nicht unbedingt auf einem körperlichen und dauerhaften Gegenstand als Werkvorkommnis festgehalten werden. Auch die Rede genießt urheberrechtlichen Schutz und sogar ein Werk aus Eis, das irgendwann schmilzt. In Bezug auf die Form und den Inhalt war streitig, worauf sich der Schutz erstreckt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hält bei Schriftwerken grundsätzlich fest, dass sie in ihrer Form, insbesondere in ihren Formulierungen, d.h. in ihren Worten oder Wortfolgen geschützt sind. So etwa bei einem Gedicht. Wenn also ein Inhalt eines fremden Werkes in eigenen Worten wiedergegeben wird, dann liegt laut BGH (Az.:  I ZR 12/08 vom 01.12.2010- Perlentaucher) eine freie Benutzung § 24 UrhG vor. Manche sehen dieses Urteil kritisch, da letztlich der Inhalt und damit die Originalität kopiert werden können, wenn er nur mit eigenen Worten wiedergegeben wird. Anderseits würde ein ausgedehnter Schutz dazu führen, dass kaum publiziert werden könnte, ohne sofort Urheberrechte zu verletzen. Dem wird entgegengehalten, dass die Rechte von dem Urheber erworben werden können. Letztlich ist das ein sehr spannendes Feld und mit viel Argumentationgesschick beide Positionen gut vertretbar.

Schutzumfang

Die Definition des Geistigen ist für die Bestimmung des Schutzumfanges wichtig. Nur das, was geschützt wird, kann Gegenstand des ausschließlichen Rechts sein. Alles was in dem Werk keinen geistigen Ausdruck findet, wie etwa Methoden, Stillmittel, Techniken, sind entsprechend nicht geschützt. So ist der private Werkgenuss durch bloßes Anschauen eines Bildes, Lesen eines Buches oder das Hören von Musik nicht geschützt. Es geht um die private Verarbeitung eines Gehaltes im Inneren der Person. Das gilt natürlich nicht für die – illegale- Beschaffung des Werkes durch Kopien, Download und andere entsprechende Handlungen.

Der geistige Gehalt eines Werkes kann schwierig zu bestimmen sein. Oft wird ein Gericht erst feststellen müssen, ob ein Werk angenommen werden kann. Die Rechtsprechung dazu ist sehr vielfältig und es kommt auf den Einzelfall an.

Rechtsanwalt für Urheberrecht in Frankfurt

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Beitragsbild: Aaron Burden