Seite wählen

Wissenschaftlicher und künstlerischer Fortschritt

Diese Norm regelt, wann ein Werk ohne Einverständnis des Urhebers frei benutzt werden kann, die sogennante freie Benutzung.

„Ein selbständiges Werk, das in freier Benutzung des Werkes eines anderen geschaffen worden ist, darf ohne Zustimmung des Urhebers des benutzten Werkes veröffentlicht und verwertet werden.“

Es soll das Interesse der Allgemeinheit am wissenschaftlichen und künstlerischen Fortschritt geschützt werden. Dieses Interesse wird abgewogen, mit dem Interesse des Werkschöpfers an der alleinigen Verwertung seines Werks.

Gemeingut

Mit Gemeingut sind ungeschützte Materialien und Stoffe gemeint, wie die umgebende Welt, die Natur, die Menschheitsgeschichte, künstlerische oder wissenschaftliche Traditionen, Methoden. Stilmittel, Techniken, und individuelle Werke, deren Schutzfrist abgelaufen ist.

Nutzung eines fremden Werks

§ 24 UrhG setzt voraus, dass individuelle Züge eines geschützten Werks benutzt werden. Es müssen also ein fremdes Werk übernommen werden und eine neue selbständige geschützte Schöpfung geschaffen werden. Die entnommenen Züge des alten Werks müssen gegenüber dem neuen Werk verblassen. Das ältere Werk dient vereinfacht gesagt als Inspiration. Es wird eine Abwägung vorgenommen, wann ein Verblassen vorliegt. Hier wird wichtig sein, wieviel individuelle Eigenart des übernommenen Werkes oder seiner Elemente sich noch wiederfinden. Je geringer die Abweichung ist, desto eher wird man eine freie Benutzung ablehnen. Eine freie Benutzung wird häufig bei der Übertragung eines Werkes in eine andere Gattung (Sprache, Musik, bildende Kunst) vorliegen. Die Fortschreibung eines Romans wird nicht als freie Benutzung angesehen.

Einzelfallbetrachtung

Die Bewertung kann im Einzelfall unterschiedlich ausfallen. Ein Gericht kann den Sachverhalt unterschiedlich würdigen. Es besteht daher ein erhebliches Risiko sich urheberrechtlichen Ansprüchen entgegenzusehen. Zu überlegen ist also, ob eine Kontaktaufnahme zum Urheber sinnvoll ist oder ob Unterschiede in dem Werk sehr deutlich hervorgehoben werden.

Rechtsanwalt für Urheberrecht in Frankfurt

Wenn Sie Fragen rund um das Thema freie Benutzung haben, dann können Sie uns telefonisch unter 069 405 642 82 erreichen oder uns eine E-Mail an info@rechtsanwalt-frankfurt-urheberrecht.de senden.

Wir freuen uns auf Sie! Ihre Kanzlei für Urheberrecht.

Beitragsbild: Eli Francis