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Typischer Anwendungsfall von Bearbeitungen im Urheberrecht § 3 UrhG sind Übersetzungen eines Sprachwerks. Ist es erlaubt ein bestehendes Werk zu bearbeiten, um dann ein neues Werk entstehen zu lassen?

Voraussetzungen der Bearbeitung

In § 3 UrhG werden die Voraussetzungen der urheberrechtlichen Bearbeitung geregelt. Danach liegt eine Bearbeitung vor, wenn

  • ein geschütztes oder nach Ablauf der Schutzfrist nicht mehr geschütztes Werk
  • durch Übernahme dessen individueller Wesenszüge
  • eine persönliche geistige Schöpfung des Bearbeiters hinzukommt
  • und keine freie Benutzung § 24 UrhG vorliegt.

Zweitschöpfer

Diese Norm will den Schutz von Zweitschöpfern gewährleisten. Geistige Schöpfungen werden nämlich nicht nur beim Originalwerk erbracht, sondern können in der Bearbeitung von solchen Originalwerken ihrerseits eine persönliche geistige Schöpfung sein. Man denke nur an die Verfilmung eines Romans oder Variationen und Improvisationen im Musikbereich. Hier ist aber Vorsicht geboten. Die unwesentliche Bearbeitung von geschützten Werken der Musik, ist nicht mehr urheberrechtlich abgedeckt.

Kunstwerke

Wird ein Werk der bildenden Kunst in eine andere Kunstform übertragen, so wäre dies eine Bearbeitung. So wurde eine solche durch den Bundesgerichtshof (BGH I ZR 304/99 vom 07.02.2002 – Unikatrahmen) angenommen, wenn ein Werk in einem anderen Kunstwerk als neues „Gesamtkunstwerk“ integriert wird. In dem zu entscheidenden Fall, hatte ein Unternehmen, Bilder eines bekannten Künstlers als Kunstdrucke vertrieben, aber die Bilderrahmen nach aufgemalten Motiven jeweils in besonderer Weise den Bildern angepasst.

Bilder und Filme

Typische Bearbeitungen sind bei Filmen und Bilder sogenannte Fotocollagen und Verfremdungen. Ebenso können hierunter Computeranimationen von Realfilmen gefasst werden.

Es ist aber Vorsicht geboten und stets der Einzelfall zu prüfen. Die Frage, ob eine Bearbeitung vorliegt, hat Auswirkungen auf die Urheberschaft. Verletzungen von Urheberrechten können sich sehr teuer auswirken.

Rechtsanwalt für Urheberrecht in Frankfurt

Wenn Sie Fragen rund um das Thema Bearbeitung im Urheberrecht haben, dann können Sie uns telefonisch unter 069 405 642 82 erreichen oder uns eine E-Mail an info@rechtsanwalt-frankfurt-urheberrecht.de senden.

Wir freuen uns auf Sie! Ihre Kanzlei für Urheberrecht.

Beitragsbild: Quino Al